Santosha-Inspiration #5


"Vegan in der Schwangerschaft"



Alle Schwangerschaften sind unterschiedlich, genauso wie wir Menschen. In diesem Beitrag möchte ich gerne meine Erfahrung mit dir teilen, um dir damit vielleicht etwas Unsicherheit und Angst zu nehmen und gegen ein gutes Gefühl und Grundvertrauen zu tauschen.


Ich lebte über 5 Jahre vegan als ich schwanger wurde. Natürlich kamen die Fragen auf, ob das gut geht und auf was ich alles achten muss.


Meine Frauenärztin ist gegenüber veganer Ernährung eher kritisch eingestellt. Aus diesem Grund wurden regelmäßig die Blutwerte kontrolliert und siehe da, alles ok. Nur ein kleiner Vitamin D-Mangel wurde festgestellt. Dessen Ursprung liegt jedoch nicht in der Ernährung. Fast jeder zweite Deutsche leidet unter Vitamin D-Mangel.


Scheinbar ist es in unserer Gesellschaft heute selbstverständlich als Schwangere Tabletten zu nehmen, mit Folsäure, Vitaminen und allen möglichen anderen Nährstoffen. Das wird einem meist schon geraten, wenn man nur an Kinder denkt. Im Allgemeinen bin ich nicht der große Fan von Tabletten. Allerdings spricht in diesem Fall nichts dagegen. Also nahm ich, wie wahrscheinlich fast jede Schwangere in Deutschland, „Mama-Tabletten“. Die gibt es in teurer Variante in der Apotheke oder etwas günstiger in jedem Drogeriemarkt.

Zusätzlich nehme ich sowieso Amorex, eine Tablette mit Vitamin B12, B6 und D. Für die Omega-3-Fettsäuren nutze ich viel Olivenöl und mache täglich einen Löffel Leinöl in mein Müsli. Zudem kommt täglich ein Löffel Amarant und Leinsamen ins Müsli (auch als Eiweisquelle, für Calcium, Magnesium und Eisen). Außerdem bin ich in Paranüsse verliebt, die einen hohen Anteil an Selen besitzen. Hülsefrüchte, Kartoffeln, Quinoa, Obst und Gemüse, eben alles, was Mischköstler auch essen sollten, ist ebenfalls wichtig für dich.


Die ersten 4 Monate ging es mir nicht ganz so gut. Normalerweise ernähre ich mich hauptsächlich gesund, viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte etc. Tatsächlich konnte ich so etwas kaum zu mir nehmen. Weißen Toast mit Nuss-Nougat-Creme, Nougatbits und auch viele Ersatzprodukte mussten her. Zum Glück legte sich das ab der Hälfte des vierten Monats wieder. Seitdem ernähre ich mich wieder völlig normal.

Ich esse auch nicht mehr als vorher. „Du isst für Zwei“ ist nämlich ein großer Irrglaube. Du brauchst nicht das Doppelte zu essen wie vorher. Ein Baby braucht ja nicht so viel wie ein Erwachsener. Eine Schwangere benötigt im 4. Monat ca. 250 kcal. mehr und im 8. Monat ca. 500 kcal. Natürlich sind das nur Durchschnittswerte.


Im letzten Drittel der Schwangerschaft bekam ich Gelüste nach Fleisch. Nach vielen Überlegungen kam ich den Gelüsten hin und wieder nach. Auf der einen Seite hatte ich ein schlechtes Gewissen. Auf der anderen Seite fordern besondere Situationen auch besondere Entscheidungen. In einer Schwangerschaft entscheidet man ja außerdem nicht alleine, was man zu sich nehmen möchte. Ich gehe fest davon aus, dass die Gelüste nach der Schwangerschaft auch wieder verschwinden.


Das wichtigste für eine gesunde Schwangerschaft ist meiner Meinung nach, auf seinen eigenen Körper zu hören, denn der weiß am besten was für Nahrung, wie viel Bewegung und wie viele Ruhe er benötigt.

Du weißt am besten, was gut für dich ist. Lass dich von keinem verunsichern und vertraue darauf, dass dein Körper und deine Intuition das Richtige tun werden.


Mit ganz viel Herz für dich

deine Vernice


*Wenn du dich mehr über Nährstoffe und vegane Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit informieren möchtest, dann kann ich dir dieses Buch empfehlen:

"Vegane Ernährung- Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost" von Dr. Markus Keller und Edith Gätjen

Es enthält eine wunderbare Übersicht der einzelnen Phasen und jede Menge Tabellen.

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