Santosha-Inspiration #8

Wie ich vegan wurde



Schon in meiner Kindheit hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Fleisch aß. In unserer Familie war es üblich, zu fast jeder Mahlzeit Tier zu essen. Versteh mich nicht falsch, mir haben Fleischgerichte immer sehr gut geschmeckt. Mein absolutes Lieblingsessen war Schnitzel mit Pommes.


Im Alter von 15 oder 16 Jahren beschloss ich das erste Mal vegetarisch zu leben. Das Problem lag darin, dass meine Kenntnisse über Ernährung ebenso mangelhaft waren, wie die vegetarischen oder gar veganen Angebote in den Supermärkten zu dieser Zeit. Ich ernährte mich also sehr einseitig von Nudeln, Pizza Margarita oder beim gemeinsamen Essen mit der Familie nur von den Beilagen. Natürlich hielt ich das nicht lange aus.


Diese Zeit war der Startschuss einer Jahre andauernden wechselhaften Ernährungsweise. Ich versuchte immer wieder auf Fleisch zu verzichten, fiel aber immer wieder darauf zurück. Manchmal aß ich kein Fleisch, aber Fisch. Wobei es bei mir dann Fischstäbchen oder Seelachsfilet gab und damit endete die Reise durchs Meer auch schon. Nie war ich wirklich zufrieden damit und immer hatte ich irgendwo ein schlechtes Gewissen den Tieren, aber auch meinem Körper gegenüber. Von gesunder Ernährung war ich meilenweit entfernt.


Irgendwann entdeckte ich den Wochenmarkt für mich, mit Fleisch aus der Region. Ein paar Jahre überbrückte ich damit, dass ich hauptsächlich nur dieses Fleisch aß. Es kam der Zeitpunkt, ab dem ich keine billigen Eier oder Milch mehr nutzen wollte und stieg auch da mehr und mehr auf regionale Produkte um.


Gleichzeitig begann ich zu recherchieren, welche Kosmetik tierversuchsfrei ist. Damals noch gar nicht so einfach, denn im Netz wurde man kaum fündig und auch das Angebot an tierversuchsfreier Kosmetik war ziemlich gering.


Irgendwann besuchte ich eine Ausstellung einer Gruppe von Tierrechtlern aus meiner Region. Wie sich herausstellte, lebten alle Mitglieder vegan. Eine Lebensweise, mit der ich mich nie wirklich auseinandergesetzt hatte. An dem Abend kam ich heim und traf für mich die Entscheidung, ab sofort vegan zu leben. Das war am 21. September 2014.

Ich begann, die Produkte, die ich Zuhause hatte, aufzubrauchen und mir geeigneten Ersatz zu suchen. Es war ein langer und mühsamer Prozess. Eine Umstellung braucht Zeit und Geduld. Du musst viel ausprobieren, denn wenn wir ehrlich sind, viele vegane Produkte schmecken auch einfach nicht gut. An Vieles, wie zum Beispiel den Geschmack von Soja, musste ich mich erst mal gewöhnen.

Bis heute bin ich nun bei dieser Ernährung geblieben. Das einzige Mal, wo ich auf tierische Produkte zurückgegriffen hatte, war während meiner Schwangerschaft. Ein paar Mal kam ich in dieser Zeit meinen Gelüsten nach.


Aber diese Ernährungsform ist für mich persönlich die einzig richtige. Mir fällt es absolut nicht schwer, mich vegan zu ernähren. Wenn man sich darauf einlässt und damit auseinandersetzt, merkt man, wie vielseitig die vegane Ernährung sein kann. Und das Beste daran ist, man braucht kein schlechtes Gewissen mehr haben.


Heute finde ich eine Umstellung leichter. Es gibt so viele gute Bücher, Blogs und Gruppen, die dich dabei unterstützen können. Die Supermärkte sind voll von wirklich guten veganen Ersatzprodukten, sodass man wirklich auf nichts mehr verzichten muss. Vegan bedeutet heute also nicht mehr Verzicht, sondern Umstellung.


Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, sich nicht unter Druck zu setzen und das Streben nach Perfektionismus abzulegen. Lass dir Zeit bei der Umstellung und hab Freude daran, Neues auszuprobieren und zu entdecken.


Mit ganz viel Herz für dich

deine Vernice

  SantoshaCoaching © 2019

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